Für Eltern und Sorgeberechtigte

Liebe Eltern,

die vergangenen Wochen waren für uns alle eine große Herausforderung. Die Kinder sind den ganzen Tag zu Hause, keine Schule, keine Freizeitmöglichkeiten, keine Sozialkontakte – anderseits aber sollen sie die Aufgaben, die von der Schule bereit gestellt werden, bearbeiten. Für Sie als Eltern war die  Situation in den letzten Wochen eine große Herausforderung: Wie schaffen Sie es neben Ihren häuslichen und beruflichen Verpflichtungen, Ihren eigenen Sorgen und Unsicherheiten, Ihren Kindern Halt und Orientierung zu geben? Im Hinblick auf die Schulaufgaben Ihrer Kinder fühlten Sie sich - sicherlich weit mehr als sonst – in der Verpflichtung, dafür Sorge zu tragen, dass Ihre Kinder die ihnen gestellten Aufgaben bearbeiten, möglicherweise auch die Ergebnisse zu kontrollieren oder gar unverstandene Lerninhalte zu erklären. Diese Verantwortlichkeit für das Lernen Ihrer Kinder geht weit über den alltäglichen Stress mit den Hausaufgaben hinaus. Eine solche  Belastung wirkt sich auch auf die Stimmung in der Familie nicht gerade förderlich aus.

Wir alle haben auf die Rückkehr zum normalen Alltag gehofft. Aber trotz der kleinen Schritte Richtung Normalität werden uns die Herausforderungen der letzten Zeit  noch eine Weile erhalten bleiben.

Zunächst möchten wir uns herzlich für Ihr Verständnis bedanken, dass auch Schule mit dieser ungewohnten und schwierigen Situation an einigen Stellen sicherlich nicht so umgehen konnte, wie Sie es sich vielleicht gewünscht hätten.

 

Mit dieser Handreichung möchten wir Sie im Hinblick auf schulische Fragen unterstützen. Daher haben wir einige zentrale Fragen gesammelt und zu beantworten versucht. Viele Antworten finden Sie in der FAQ – Liste des Schulministeriums

 

Blick auf Fragen der körperlichen und seelischen Gesundheit

Welche  Maßnahmen  werden  getroffen, um Infektionen  zu vermeiden?

Kann ich mein Kind vorübergehend von der Schulpflicht befreien lassen, wenn die Familienangehörigen zu den vulnerablen  Gruppen  gehören?

An wen kann ich mich wenden, wenn mein Kind starke Ängste und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona Krise entwickelt? Wo bekomme  ich Unterstützung, wenn ich selbst mit den vielfältigen  Anforderungen  aktuell  überfordert  bin?

Wie  kann  die  soziale  Isolation  meines  Kindes  beim  Distanzlernen  abgemildert  werden?

Blick auf das Lernen der Kinder

Sind  Schülerinnen  und  Schüler  verpflichtet,  alle  Aufgaben  zu  erledigen  oder  ist  das  freiwillig?

Werden  diese  Aufgaben  benotet?

Wie geht die  Schule  mit den unterschiedlichen technischen Voraussetzungen der Schüler*innen um?  Was ist, wenn  mein  Kind  keinen  PC oder  Laptop hat oder auch kein schnelles  Internet?

Wie geht die Schule mit den ungleichen Lernvoraussetzungen der Schüler*innen um? Wie werden  durch  die  Schulschließung  entstandene  Lücken  aufgearbeitet?

Wie  sieht  die  Leistungsbewertung  aus?  Wann  werden  Klassenarbeiten  geschrieben?

Hat mein Kind Nachteile durch die Schulschließung zu erwarten? Ist die Versetzung meines Kindes stärker  gefährdet?

Wo  kann  ich  mich  über  Möglichkeiten  des  Distanzlernens  informieren?


Blick auf Fragen der körperlichen und seelischen Gesundheit:

Welche  Maßnahmen  werden  getroffen, um Infektionen  zu vermeiden?

Wenn Ihre Kinder in der nächsten Zeit wieder in die Schule gehen, machen Sie sich verständlicherweise Sorgen um ihre Gesundheit und fragen sich, wie sicher Ihre Kinder im schulischen Umfeld vor Infektionen sind, wie der Mindestabstand im Klassenraum und in den Pausen gewährleistet werden kann. Die Schulen haben im Vorfeld alle erforderlichen Schutzvorkehrungen getroffen und einen umfangreichen Hygieneplan für die Schule erstellt.

 

In der FAQ-Liste des Schulministeriums heißt es dazu:

Die Gesundheit der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität. Hierfür werden die Vorgaben zusammen mit dem Gesundheitsministerium, den Schulträgern und mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Medizin erarbeitet und verbindlich festgelegt.

Die Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus liegt – wie ausgeführt– in der Zuständigkeit der Gesundheitsbehörden unter der Aufsicht des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Das NRW-Gesundheitsministerium steht in ständigem Kontakt zur Bundesebene, zu anderen Bundesländern und orientiert sich an den Risikobewertungen und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Grundsätzlich haben auch Schulleitungen im Einzelfall die Befugnis, Schülerinnen und Schüler vom Unterricht auszuschließen, wenn von ihnen eine Gesundheitsgefahr ausgeht (§ 54 Absatz 4 SchulG). Dies gilt nach beamten- bzw. arbeitsrechtlichen Regelungen auch für Lehrkräfte. Darüber hinaus kann im Ausnahmefall eine Schule auf Grundlage des Hausrechtes der Schulleitung (§ 59 Absatz 1 Ziffer 6 in Verbindung mit Absatz 8 SchulG) zur Abwehr erheblicher konkreter Gefahren geschlossen werden.

 

Wenn Sie individuelle Fragen bezüglich der gesundheitlichen Situation in Ihrer Familie haben, wenden Sie sich bitte an die Schulleitung.

Kann ich mein Kind vorübergehend von der Schulpflicht befreien lassen, wenn die Familienangehörigen zu den vulnerablen  Gruppen  gehören?

Wenn Mitglieder Ihrer Familie zu den vulnerablen Gruppen gehören, ist sicherlich Ihre Angst, dass Ihr Kind eine Infektion mit nach Hause bringt, besonders groß. Informieren Sie sich bei den zuständigen Gesundheitsbehörden, welche besonderen Schutzmaßnahmen Sie treffen können. Allerdings dürfen Sie Ihr Kind nicht ohne ärztliches Attest über längere Zeit  vom Unterricht fernhalten.

In der Schulmail vom 27.2.2020 heißt es dazu:

 
Sofern eine Schule nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wurde, besteht grundsätzlich Schulpflicht nach § 43 Absatz 1 SchulG. Ist eine Schülerin oder ein Schüler durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so benachrichtigen die Eltern unverzüglich die Schule und teilen schriftlich den Grund für das Schulversäumnis mit. Eltern sollten dahin beraten werden, die Entscheidung über die Teilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer Corona-Infektion nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt zu treffen.

An wen kann ich mich wenden, wenn mein Kind starke Ängste und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona Krise entwickelt? Wo bekomme  ich Unterstützung, wenn ich selbst mit den vielfältigen  Anforderungen  aktuell  überfordert  bin?

Neben den Sorgen um die körperliche Gesundheit Ihrer Kinder fragen Sie sich vielleicht auch, wie Ihr Kind mit dieser ungewöhnlichen und sicherlich beängstigenden Situation zurecht kommt. Möglicherweise hat es in Ihrem sozialen Umfeld schwerere Krankheits – oder sogar Todesfälle  gegeben, die Ihr Kind sehr belasten. In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie die Schule darüber informieren.

Zunächst gibt es in der Schule Ihrer Kinder Ansprechpartner, an die Sie sich vertrauensvoll wenden können: Schul – und Klassenleitung, Beratungslehrer*innen, Schulsozialarbeiter, u.a.

Hier haben wir einige Links zu außerschulischen Ansprechpartnern zusammengestellt.

Für jüngere Kinder bis hinein ins Grundschulalter ist dieses bebilderte Buch hilfreich für die Diskussion mit Ihren Kindern. Das Buch ist kostenlos und frei zur Weitergabe.

Bedenken Sie jedoch auch, Sie selbst sind die engste Bezugsperson Ihres Kindes. Kinder orientieren sich in ungewohnten Situation stärker als sonst am Verhalten und Empfinden ihrer Eltern. Sie registrieren sehr genau, wie sicher, unsicher, ruhig oder unruhig diese auf die aktuelle Situation reagieren. Es kann vorkommen, dass Kinder die Signale, die sie bei ihren Eltern wahrnehmen, kopieren und sogar intensivieren. Kinder profitieren in herausfordernden Situationen daher sehr, wenn sie ihre Eltern als ruhig und besonnen wahrnehmen können.  

Unabhängig von der schulischen und außerschulischen Möglichkeit zur Unterstützung, gibt es daher auch einige Möglichkeiten, wie Sie selbst zu Hause agieren können, um Ihren Kindern in der aktuellen Situation Halt und Sicherheit zu geben. Hier finden Sie einige Hinweise und Tipps zum Umgang mit Ängsten.

Wie  kann  die  soziale  Isolation  meines  Kindes  beim  Distanzlernen  abgemildert  werden?

Die Schüler*innen vermissen ihre Freunde und das Lernen in der Gemeinschaft. Viele kommen auch mit dem Lernen alleine zu Hause nicht so gut zurecht. Das Feedback der Lehrer*innen kommt nicht unmittelbar, sondern verzögert. Das sind große Unsicherheitsfaktoren für viele Schüler*innen.

 

Die Digitalisierung an Schulen schreitet mit großen Schritten voran. Bereits jetzt haben viele Schulen Lernplattformen, auf denen sich die Schüler*innen virtuell zum gemeinsamen Lernen treffen. Falls die Schule Ihres Kindes das noch nicht anbietet, können Sie durch Kontaktaufnahme in Ihren Elterngruppen gemeinsam Verabredungen zu Videokonferenzen treffen, bei denen Ihre Kinder zusammen die gestellten Aufgaben bearbeiten.  Das kann man zunächst am besten zu zweit ausprobieren, also mit der besten Freundin, dem besten Freund. Später kann man das für mehrere Personen öffnen. Technisch ist dies gut über gängige Messengerdienste und Smartphones zu organisieren. Weiterhin gibt es im Internet inzwischen zahlreiche kostenfreie Angebote hierfür. Nebenbei erlernen die Kinder auf diese Weise auch eine neue Kompetenz – die Zusammenarbeit über Distanz.

 

Blick auf das Lernen der Kinder

Sind  Schülerinnen  und  Schüler  verpflichtet,  alle  Aufgaben  zu  erledigen  oder  ist  das  freiwillig?

In der 5.Schulmail werden die Schulen aufgefordert, Lernangebote für die Zeit des Unterrichtsausfalls zu erstellen:

Auch wenn aktuell kein Unterricht stattfindet, sollen die Schulen das Lernen der Schülerinnen und Schüler zunächst bis zu den Osterferien weiter ermöglichen. Lehrerinnen und Lehrer stellen hierzu Lernaufgaben bereit. Die Lernaufgaben sollen so konzipiert werden, dass sie das Lernen der Schülerinnen und Schüler z.B. in Form von Projekten, fachübergreifenden Vorhaben oder Vorbereitungen von Präsentationen unterstützen und an den Unterricht anknüpfen.

Die Schulleitungen stellen sicher, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, welche Aufgaben in häuslicher Arbeit zu erledigen sind. Die Eltern sind in geeigneter Form zu informieren.

Klarstellend sei darauf hingewiesen, dass mit dem Angebot nicht die Erwartung verbunden wird, der Stundenplan werde in die häusliche Arbeit der Schülerinnen und Schüler verlagert. Es gilt für alle Beteiligten (Lehrkräfte und Eltern), Augenmaß zu bewahren.

 

Es ist davon auszugehen, dass die Schüler*innen sich sehr unterschiedlich mit den Aufgaben beschäftigt haben. Sie als Eltern konnten Ihren Kindern sicher nicht immer bei allen Aufgaben helfen. Möglicherweise fehlen Ihren Kindern z. T. auch die technischen Voraussetzungen, um die online gestellten Aufgaben hinreichend bearbeiten zu können. Die Schule wird dafür Sorge tragen, dass diese unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sich nicht nachteilig auf die schulischen Leistungen Ihrer Kinder auswirken. Sprechen Sie vertrauensvoll mit den Klassenleitungen Ihrer Kinder über individuelle Problemlagen, die sich für Sie während der Schulschließung ergeben haben.

In der FAQ-Liste des Schulministeriums heißt es dazu:

 

Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei Zeiträumen des Ruhens des Unterrichts aus Infektionsschutzgründen nicht um Ferien handelt, die der Erholung dienen.

Gemäß § 42 Absatz 3 Satz 1 SchulG haben Schülerinnen und Schüler die Pflicht daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. Die Aufgabenerledigung kann daher erwartet werden. Sie unterstützt die Aufgabenerfüllung der Schule und erleichtert das Erreichen von Bildungszielen nach Wiederaufnahme des Unterrichts. Die Aufgabenerledigung liegt vor diesem Hintergrund im hohen Maße im Eigeninteresse der Schülerinnen und Schüler.

 

 

Werden  diese  Aufgaben  benotet?

Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten (§ 48 Absatz 2 Schulgesetz NRW). Die während der gegenwärtigen Zeit des Ruhens des Unterrichts bearbeiteten Aufgaben werden – ebenso wie Hausaufgaben – daher in aller Regel nicht benotet. Sie können aber durch die Lehrerinnen und Lehrer überprüft und für die weitere Arbeit im Unterricht ausgewertet werden.

In der Schulmail vom 23.3.2020 heißt es, dass es sich bei den nun bis zum Beginn der Osterferien von Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung gestellten Materialien und Aufgaben mit einer Ausnahme (siehe nachfolgend) nicht um Inhalte von Prüfungsrelevanz handeln kann. Gleichwohl sollen Schülerinnen und Schüler die ihnen gestellten Aufgaben – auch in ihrem Interesse – natürlich in angemessener Zeit bearbeiten. Eine Leistungskontrolle oder Leistungsbewertung ist damit nicht verbunden. Mit den in angemessenem Umfang bereitgestellten Aufgaben soll erreicht werden, dass der Unterricht nach Beendigung der derzeitigen Maßnahmen nach Möglichkeit ohne großen Vorlauf wiederaufgenommen werden kann.

 

 

Wie geht die  Schule  mit den unterschiedlichen technischen Voraussetzungen der Schüler*innen um?  Was ist, wenn  mein  Kind  keinen  PC oder  Laptop hat oder auch kein schnelles  Internet?

Möglicherweise sind Sie besorgt, dass für Ihr Kind Nachteile entstehen, wenn Sie zu Hause nicht die technischen Voraussetzungen zur Erledigung der online gestellten Aufgaben haben. In der FAQ – Liste des Schulministerium heißt es dazu:

Die digitale Ausstattung der Schülerinnen und Schüler muss bei der Aufgabenstellung berücksichtigt werden. Die Schulen vor Ort kennen ihre Schülerschaft sehr genau. Besonders im Bereich der Schulen der Primarstufe wurden und werden daher auch Arbeitspakete in Form von Büchern, Heften und Arbeitsblättern gepackt, welche den Schülerinnen und Schülern an der Schule übergeben wurden oder jetzt postalisch zugeschickt werden. Grundsätzlich gilt: Die Schulen machen den Schülerinnen und Schülern Angebote, um die unterrichtsfreie Zeit sinnvoll zu nutzen. Durch die Aussetzung des Unterrichts  darf  keinem  Schüler und keiner  Schülerin ein Nachteil  entstehen.

Wenn Sie dennoch Nachteile für Ihr Kind befürchten, wenden Sie sich an die Schulleitung, die dafür Sorge trägt, dass Ihr Kind die Aufgaben bearbeiten kann.

 

 

Wie geht die Schule mit den ungleichen Lernvoraussetzungen der Schüler*innen um? Wie werden  durch  die  Schulschließung  entstandene  Lücken  aufgearbeitet?

Es ist zu erwarten, dass die Lernvoraussetzungen innerhalb der Lerngruppe durch die Corona-Krise noch sehr viel heterogener sein werden als zuvor. Sicherlich haben Ihre Kinder die gestellten Aufgaben aus vielerlei Gründen sehr unterschiedlich bearbeitet. Möglicherweise fürchten Sie, dass Ihr Kind die Aufgaben nicht gut genug bearbeitet hat und es dadurch Nachteile haben könnte. Oder Sie fürchten im Gegenteil, dass Ihr Kind, das die Aufgaben umfangreich und korrekt erledigt hat, durch eine langwierige Wiederholungsphase unterfordert sein könnte. In beiden Fällen können Sie der Professionalität der Lehrkräfte vertrauen: Das in §1 des Schulgesetzes NRW festgeschriebene  Recht auf  individuelle Förderung setzt voraus, dass Ihre Kinder entsprechend ihrem Begabungspotenzial individuell gefördert werden und somit den heterogenen Lernvoraussetzungen Rechnung getragen wird. Suchen Sie das Gespräch mit den Fachlehrkräften und beraten Sie gemeinsam mit ihnen und Ihrem Kind, wie entstandene Lücken schulisch und ggf. auch außerschulisch aufgearbeitet werden können.

Wie  sieht  die  Leistungsbewertung  aus?  Wann  werden  Klassenarbeiten  geschrieben?

Eine der wichtigsten Fragen, die Sie und Ihre Kinder momentan beschäftigt, ist sicherlich die Frage nach den Leistungsbewertungen. Durch die lange Zeit des Unterrichtsausfalls und vor allem durch die Tatsache, dass auch in der nächsten Zeit kaum mit einem normalen Schulbetrieb gerechnet werden kann,  ist  Anzahl und Umfang der Klassenarbeiten nicht in der vorgeschriebenen Weise umsetzbar.

Sicherlich ist nicht zu befürchten, dass Ihr Kind sofort in den ersten Tagen nach der Schulöffnung ohne vorherige Wiederholung der Lerninhalte nur auf der Grundlage der im Distanzlernen gestellten Aufgaben eine Klassenarbeit schreiben muss.

Bezüglich der Vergleichsarbeiten für die Grundschulen ist in der 12. Schulmail folgendes geregelt:

Die Kultusministerkonferenz hat beschlossen, dass die Vergleichsarbeiten VERA 3 in diesem Jahr in den Ländern freiwillig durchgeführt werden können. Nordrhein-Westfalen wird einmalig darauf verzichten. Auch eine spätere oder freiwillige Testung ist in diesem Jahr nicht vorgesehen.

 

 

Hat mein Kind Nachteile durch die Schulschließung zu erwarten? Ist die Versetzung meines Kindes stärker  gefährdet?

Es wird sichergestellt, dass sich durch die Schulschließung und die weitere außerordentliche Beschulung keine Nachteile für Ihre Kinder ergeben dürfen.

Bezüglich der Versetzung hat das Schulministerium bereits am 30.3.2020 in der 11. Schulmail eine klare Vorgabe bezüglich der „Blauen Briefe“ gemacht:

Vor dem Hintergrund der aktuellen Schulschließungen und des damit verbundenen Unterrichtsausfalls ist in dieser Woche per Erlass an die Schulaufsicht zudem entschieden worden, dass in diesem Schuljahr keine so genannten „Blauen Briefe“ verschickt werden. Grundsätzlich gilt zwar, dass, wenn die Versetzung von Schülerinnen und Schülern in das jeweils kommende Schuljahr aufgrund von festgestellten Minderleistungen gefährdet ist, eine dementsprechende Benachrichtigung („Blaue Briefe“) erfolgen muss. Mit Rücksicht auf die wegen des derzeit ruhenden Unterrichtsbetriebs möglicherweise eingeschränkten Möglichkeiten entsprechende Verbesserungen zu erreichen, werden in diesem Schuljahr jedoch keine solchen Benachrichtigungen wegen Versetzungsgefährdung versandt. Das bedeutet für den Einzelfall, dass nicht abgemahnte Minderleistungen in einem Fach, in dem nicht bereits auf dem Halbjahreszeugnis eine Minderleistung festgestellt worden ist, nicht berücksichtigt werden. Soweit bereits „Blaue Briefe“ versandt wurden, werden diese aus Gründen der Gleichbehandlung durch Erlass für unwirksam erklärt werden.

Vertrauen Sie darauf, dass die Lehrer*innen Ihres Kindes ganz besonders in diesem Schuljahr  mit dem nötigen Augenmaß mit Fragen der Versetzung umgehen werden. Wenn Sie Sorge um die Versetzung Ihres Kindes haben, bitten Sie bald um ein Beratungsgespräch mit der Klassenleitung, um ggf. Präventivmaßnahmen zu treffen.

Sicherlich ist auch bedingt durch die erhebliche Reduzierung des Unterrichtsvolumens ein adäquater Umgang mit den Lerninhalten erforderlich. Vertrauen Sie hier auf die Kompetenz der Lehrkräfte, die professionell damit umgehen können. Ein individuelles Aufarbeiten von Lerninhalten, die nicht von den Lehrkräften vorgesehen sind, ist nicht zielführend.

 

 

Wo  kann  ich  mich  über  Möglichkeiten  des  Distanzlernens  informieren?

In der 12. Schulmail  macht das Schulministerium auf das Sonderprogramm des WDR aufmerksam:
Der WDR hat seine Programmangebote für Kinder und Jugendliche in Abstimmung mit dem Ministerium für Schule und Bildung bereits seit Mitte März ausgebaut. Auch in den Osterferien wird im WDR-Fernsehen ein Sonderprogramm für Schülerinnen und Schüler im Grundschulalter ausgestrahlt.
Der Sender bietet unter anderem „Die Sendung mit der Maus“, die Serie „Rennschwein Rudi Rüssel“, Magazine wie „Wissen macht Ah!“, „neuneinhalb“, „Kann es Johannes?“ sowie auch Märchenverfilmungen an.
In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung plant der WDR auch für die Zeit nach den Osterferien ein lernorientiertes, moderiertes Sonderprogramm für Kinder und Jugendliche.
Gerade in Zeiten eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten sind Bildungsangebote für Kinder auch in den kommenden Wochen sinnvoll. Klar ist aber auch, dass es sich hierbei um Angebote handelt, denn Ferien sollen auch in diesen Zeiten Ferien bleiben.

Bei den FAQ des Schulministeriums finden Sie unter dem Stichwort „Materialsammlung für Lernangebote auf Distanz“ viele Anregungen.

Bedenken Sie aber bitte, dass die Lehrkräfte Ihrem Kind dem Lehrplan entsprechende Aufgaben zukommen lassen werden. Besprechen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Kind, ob und welche weiteren Aufgaben es bearbeiten möchte.