Sicher durchs Abitur - spezielle Infos für Abiturientinnen und Abiturienten

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

für Euch ist die aktuelle Zeit ohne Unterricht wahrscheinlich nochmal ganz besonders schwierig gewesen. Die Abiturprüfungen sind für viele von Euch ein wichtiger Meilenstein im Leben und ganz bestimmt hättet Ihr Euch eine andere Zeit der Vorbereitung für diese wichtigen Tage gewünscht.

Im Folgenden haben wir einige Hinweise für Euch gesammelt, die Euch die Zeit bis zum Abitur vielleicht erleichtern können. Solltet Ihr Fragen oder Sorgen haben, die hier nicht aufgeführt sind, findet Ihr unter dem Punkt „Wo finde ich Hilfe“ (Verlinkung) weitere Ansprechpartner, die Euch individuell beraten können.

Aktuelle Informationen zum Ablauf der Prüfungen

Prüfungsvorbereitung zu Hause

Umgang mit Prüfungsangst


Aktuelle Informationen zum Ablauf der Prüfungen

Eure Schule wird euch über folgende wichtigen Informationen zum Ablauf informieren. Bei Unklarheiten fragt nach:

  • Wann werden die Prüfungen stattfinden?
  • Wie und wo werden die Prüfungen stattfinden?
  • Wird wie geplant eine Lehrkraft für Rückfragen am Anfang zur Verfügung stehen?
  • Wie werden die mündlichen Prüfungen durchgeführt werden?
  • Aktueller Stand zur Wiederaufnahme des Unterrichts
  • Wann wird wieder Unterricht stattfinden?
  • Wie & in welcher Form wird der Unterricht dann stattfinden?

 

Prüfungsvorbereitung zu Hause

 Macht eine Bestandsaufnahme

Macht euch pro Prüfungsfach eine Übersicht mit allen Themen, Unterthemen und Fähigkeiten, die in der jeweiligen Prüfung theoretisch abgefragt werden könnten.

Notiert Euch nun in Stichworten die ganz konkreten Anforderungen auf, die ihr dazu in der Prüfung erwartet.
 

Z.B. Deutsch – Drama „Faust I“ 

Anforderungen:

- Textpassage im Kontext des gesamten Stückes einordnen und interpretieren können.

- Kenntnis der Persönlichkeiten der dort handelnden Personen und ihrer Funktion im Stück.

- Kenntnis der gesellschaftspolitischen/psychologischen/philosophischen Haltung, die Goethe vertreten hat.

- Einordnung der Handlung von „Faust I“ in den historischen Kontext der damaligen Zeit.

 

 Vergebt pro Stichpunkt auf dieser Liste eine Zahl zwischen 1-4:

1 – ich werde diese Anforderung zu 0-29 Prozent erfüllen können.

2 – ich werde diese Anforderung zu 30-59 Prozent erfüllen können.

3 – ich werde die Anforderungen zu 60-79 Prozent erfüllen können.

4 – ich werde die Anforderungen zu 80-100 Prozent erfüllen können.

Beginnt beim Lernen mit den Anforderungen aus Kategorie 2 und 1. Erst im Anschluss nehmt Ihr noch Kategorie 3 und Kategorie 4 dazu.

 

Plant Eure Lernzeiten bis zum Prüfungsdatum

Tragt Euch in einem Kalender für jeden Lerntag bis zum Prüfungsdatum die konkreten Inhalte ein, die Ihr an diesem Tag lernen oder wiederholen möchtet. So behaltet Ihr Euer Zeitmanagement im Blick und merkt frühzeitig, ob Ihr Euer Pensum pro Tag steigern müsst oder gut in der Zeit liegt.

Plant so realistisch wie möglich: Beobachtet Euch selbst, wie viele Stunden am Tag Ihr konzentriert lernen könnt und plant nicht darüber hinaus.

 

Klärt offene Fragen

Zögert nicht, Eure Mitschüler und Eure Lehrkräfte zu kontaktieren, wenn…

  • Ihr merkt, dass Ihr im Lernstoff alleine nicht weiter kommt ODER
  • Wenn Euch die konkreten Anforderungen zu einem möglichen Prüfungsthema nicht klar sind.
  • Nur auf eine Prüfung, deren Anforderungen Ihr kennt, könnt Ihr Euch gut vorbereiten.

 

Lernt mit Struktur

Wenn Ihr noch unsicher seid, wie Ihr Euren Lernplan gut alleine durchführen könnt, schaut Euch nochmal in den Tipps zum Lernen zu Hause um oder sucht Euch Hilfe bei Mitschülern.

 

Genießt die Zeit

Das Abitur ist wichtig. Sich gut auf die Prüfungsinhalte vorzubereiten, ist wichtig. Genauso wichtig ist es aber auch, dass Ihr Euch in diesen Wochen gut selbst im Blick behaltet. Nur ein (einigermaßen) entspannter Prüfling kann sein volles Potenzial nutzen. Stress, Sorgen, Schlafmangel oder körperliche Unausgeglichenheit hemmen nicht nur unsere kognitive Leistungsfähigkeit, sondern machen uns auch unglücklich.

 

Was Ihr tun könnt:

  • Ausreichend Schlafen!
  • Körperliche Betätigung: Ob gemütlich spazieren gehen oder sich beim Sportprogramm richtig auspowern, körperliche Betätigung hilft, Spannungen und Stress abzubauen und fördert außerdem Eure Konzentrationsleistung beim Lernen.
  • Soziale Kontakte: Auch, wenn es in der aktuellen Zeit nicht ganz so einfach ist, seine Freunde und Kontakte regelmäßig zu sehen, nutzt die Kanäle, die Euch zur Verfügung stehen und tauscht Euch regelmäßig mit den Menschen aus, die Euch guttun.
  • Spaß im Alltag: Egal, wie viel Ihr lernen müsst, erlaubt Euch nach erreichtem Pensum auch die Dinge im Alltag, die Euch Freude machen, z.B. ein (nicht schulbezogenes) Buch lesen, Musik hören, chatten, spielen, Sport, etc. 
  • Und das Wichtigste: Erlaub Euch nach einem Lerntag ganz bewusst, abzuschalten und Eure Gedanken auch wieder auf andere Dinge des Lebens zu richten. Und zwar ganz egal, ob Euer Lernen an diesem Tag erfolgreich war oder nicht. Jeder Tag zählt aufs Neue!

 

Umgang mit Prüfungsangst

Ihr hattet immer schon mit Nervosität vor Klausuren oder Prüfungen zu kämpfen? Oder Ihr fühlt Euch durch die aktuelle Zeit nicht gut vorbereitet und seid nervös, wenn Ihr an die Abiturprüfungen denkt?

Vor Prüfungen, gerade so wichtigen wie den Abiturprüfungen, nervös zu sein, ist erstmal ganz normal. Tatsächlich zeigt die psychologische Forschung, dass ein gewisses Maß an Anspannung und Nervosität sogar leistungssteigernd wirken kann!

Wenn die Anspannung aber zu groß wird oder Ihr merkt, dass Eure Gesundheit beeinträchtigt wird (z.B. Schlafstörungen, Panikanfälle, dauerhafte Niedergeschlagenheit oder ständige Angstgefühle), kann es unter Umständen hilfreich sein, sich Hilfe und Unterstützung zu organisieren.

Ein erster Ansprechpartner könnte hier die Beratungslehrkraft Eurer Schule sein. Die Beratungslehrer*innen stehen Euch i.d.R. auch im Moment für kurze Beratungsgespräche am Telefon zur Verfügung, mehr Informationen dazu findet Ihr auf der Internetseite Eurer Schule.

Alternativ könnt Ihr auch den Kontakt zu der für Euch zuständigen schulpsychologischen Beratungsstelle suchen. Eine Liste mit den aktuellen Telefonnummern findet Ihr hier.

 

Tipps zum Umgang mit Nervosität

Hier schon einmal ein paar erste Tipps, wie Ihr Eure Nervosität besser in den Griff bekommen könnt: 

  • Verschafft Euch Planungssicherheit: Macht euch pro Prüfungsfach eine Übersicht mit allen Themen, Unterthemen und Fähigkeiten, die in der jeweiligen Prüfung theoretisch abgefragt werden könnten. Notiert Euch nun in Stichworten die ganz konkreten Anforderungen auf, die ihr dazu in der Prüfung erwartet. Wenn Euch diese Anforderungen nicht klar sind, fragt bei Mitschülern oder auch Euren Lehrern nach!

Erfragt bei Euren Lehrern auch, wie der konkrete Prüfungstag ablaufen wird: Wie viele Stunden werdet Ihr Zeit bekommen, wer wird noch im Raum sein, wen werdet Ihr bei Fragen ansprechen können, mit wie vielen Schüler*innen werdet Ihr im Raum sitzen?

Je mehr Ihr darüber wisst, was Euch erwartet, desto besser könnt Ihr Euch vorbereiten. Außerdem wird eine wichtige Quelle von Angst & Nervosität damit ausgeschaltet: Die Angst vor dem Ungewissen oder – in lernpsychologischen Begriffen ausgedrückt – die sogenannte „Repertoireunsicherheit“. 

  • Trennt Euren Lerntag von Eurer Freizeit: Erlaub Euch selbst nach einem Lerntag ganz bewusst, abzuschalten und Eure Gedanken auch wieder auf andere Dinge des Lebens zu richten. Und zwar ganz egal, ob Euer Lernen an diesem Tag erfolgreich war oder nicht. Sagt Euch, dass jeder Tag aufs Neue zählt!

Wenn Ihr dann Euren Schreibtisch verlasst, verlasst ihn auch innerlich. Wann immer Ihr merkt, dass Euch in Eurer Freizeit Sorgen oder Ängste zu den Prüfungsthemen begegnen, erlaubt Euch, diese bis auf den morgigen Tag zu vertrösten und das, was Ihr gerade tut (z.B. Kochen, mit Freunden sprechen, Sport) ganz und gar zu genießen. 

  • Abendrituale: Sorgen und Ängste haben die Angewohnheit, sich manchmal mit geballter Kraft genau dann in unser Bewusstsein zu kämpfen, wenn wir eigentlich am entspanntesten sind, z.B. wenn wir abends im Bett liegen und einschlafen wollen. Hilfreich ist es dann, regelmäßig abends ein kleines Atem- oder Entspannungsritual durchzuführen (Beipsiel s. hier Verlinkung zu Entspannungsritual).

Wenn dann im Anschluss noch immer schwierige oder angstvolle Gedanken in den Kopf kommen, gibt es einen kleinen mentalen Trick:

Mentaler Trick zum Abschließen blöder Gedanken:

Schaut Euch den jeweiligen Gedanken an: Vielleicht erscheint Euch der Gedanke als Bild, wie eine Szene in einem Film, wie ein Schriftzug oder er hat eine ganz andere Form. Egal, welche Form der Gedanke für Euch hat, versucht nicht, ihn einfach sofort wegzudrängen, sondern…

 

…stellt Euch im zweiten Schritt einen Tresor vor. Egal, was für einen Tresor, groß oder klein, aus Metall oder Holz, einen Schrank oder nur eine kleine Box. Hauptsache, der Tresor hat eine verschließbare, sichere Tür.

 

Im dritten Schritt legt nun Euren schwierigen Gedanken in diesen Tresor. Lasst das Bild, den Schriftzug, etc. ganz bewusst in den Tresor fliegen oder legt es selbst hinein. Dann verschließt fest die Tür.

 

Der schwierige Gedanke ist nun in Sicherheit, genauso wie Ihr selbst. Bei Bedarf werdet Ihr ihn wieder aus dem Tresor hervorholen können. Er darf dort aber auch so lange bleiben, bis er sich vielleicht eines Tages von alleine auflöst.